Donnerstag, Mai 17, 2007

Dauergeschnatter: Wiederholungsmodus

Wohl jede Mutter, die sich über die ersten Spracherfolge ihres Kindes freut, kriegt zu hören: "Du wirst noch mal froh sein, wann er/sie auch mal wieder den Mund hält!"

Fand ich immer ruppig, doof und unnötig gemein, sowas zu sagen.

Aber es ist doch was wahres dran. Schön, dass meine Kleine spricht. Schön wäre es, wenn sie dabei auch noch mal ein Ende finden würde. Wobei es das gar nicht ist.

Es ist dieses drängeln, das mich nervt und diese Endlos-Schleife... ich komm mir rumkommandiert vor.

Ein beispiel aus den letzten drei Minuten:

Janis kommt an: "Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben!..."

Ich sage: "Ja, Du kannst ein Ei haben, ich hole es Dir sofort."

Während ich das sage werde ich von mindestens drei "Eier haben! Eier haben! Eier haben!" unterbrochen.

Während ich in die Küche gehe kommen noch mehr "Eier haben!" aus dem Maschinengewehr - äh - ihrem Mund halt.

- Kurze Unterbrechung, ich muss noch ein Ei holen -

Ich komme in der Küche an, gefolgt von dem schießwütigen "Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben! Eier haben!"-Wesen.

Ich sage: "Ich hole Dir doch schon Dein Ei!"

Ich öffne den Kühlschrank, Janis zeigt auf das entsprechende Fach (es geht um diese gefärbten vorher schon gekochten Ostereier übrigens) und sagt: "Eier das", "Eier der", "Eier der", "Der Eier", "Eier das", "Eier das", "Eier das", "Eier das", "Eier das"...

... ich antworte: "Ja, da liegen die Eier.

Sie sieht, dass ich ein Ei herausgenommen habe und die Schale abpule. Ich bin dankbar, dass sie keinen Anfall kriegt, als sie das sieht. Sie will das nämlich selbst machen, kann das auch, aber ich hab immer Angst, dass sie doch irgendwie Schalen mit isst. Nun ja, während ich mich an die Schale mache werde ich weiter beschossen: "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben"...

... ich unterbreche Sie: "Du bekommst ein Ei, ich schäle es doch schon."

"Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben", "Ei haben" ...

... ich versuche sie los zu werden: "Geh doch schon mal auf Deinen Platz und zieh Dein Lätzchen an."

Eigentlich hätte ich es auch vorgezogen, dass die ein Brot mit dazu isst, diese Diskussion hab ich jetzt ganz vergessen... und: Die einzelnen Handgriffe dauernd ja nun alle nicht lange - es ist eigentlich sensationell, dass so ein Kleines Kind so viele Wortwiederholungen währenddessen schafft.

Zu Gute halten muss ich ihr allerdings noch: Sie macht es selten in einem quengelnden Ton (nur das erste "Eier haben" kam direkt weinerlich, als stünde sie vor dem Hungertot, obwohl sie doch vor einer halben Stunden erst "Quak" (Quark) hatte)... trotzdem nervt es beim Anziehen gefühlte 300 Wiederholungen von "Anziiiiiiiehn" zu hören - wie eben bei allem was man tut...

Die Phase geht auch wieder vorbei, ich weiß.

Übrigens hat sie inzwischen Eiweiß und Dotter getrennt und damit kunstvoll ihren Hochstuhl und dessen Umgebung verziert. Mein Kater kümmert sich drum, ich werde wohl nur nachwischen müssen. Und ich muss mich nicht Sorgen, ob zwei Eier für ein Kleinkind zu viel sein könnten. Es ist höchstens eines gegessen worden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich finde gut, dass Du nicht versuchst, sie "abzurichten". Du gehst auf sie ein und akzeptierst die Weise, in der sie sich gern ausdrücken mag.