
Und leider meint sie auch "Nein".
Ich habe das Wort immer nur sehr sparsam eingesetzt. Nur, wenn es nötig war. Dann aber auch konsequent.
Leider ist Janis gerade mal wieder in einer Ausprobierphase. Sie testet ihre Grenzen und damit auch meine. Und jeder bekommt ihr "Nein" zu hören. Imaginäre Spielkameraden kriegen permanent per "nein" mitgeteilt, dass sie nicht mitspielen dürfen. Gestern Abend wurde unser Kater Tamo erst mit einem Scoubidou-Freundschaftsband zum spielen angelockt und dann mit einem empörten "Talla! Nein!" zurückgewiesen. Tja und heute morgen in der Krippe sprach mich dann auch eine Erzieherin drauf an.

Dort passiert nämlich, was bei uns zu Hause letzte Woche bereits den Höhepunkt überschritten hatte und zum Glück schon fast wieder ausgestanden ist: Janis verweigert sich. Eingespielte Dinge klappen plötzlich nicht mehr, weil Janis nicht mitmacht, sich mit energisch wehrt und das alles auch noch für ein Spiel hält. Und geht was nicht so wie sie will, wird dramatisch losgeheult, inkl. auf den Boden werfen.
Früher lief alles sehr gut. Janis bekam alles angekündigt, war eingebunden und machte stolz und begeistert mit. So hatten wir unsere Rituale, die fröhlich und friedlich abliefen und vor allem funktionierten. Das hat sie nun mal kurz ausgehebelt. Inzwischen geht es aber schon wieder. Nur halt in der Krippe nicht. Da sind alle Erzieherinnen am verzweifeln und ausflippen mit Janis.
Was tut das doch meinem Ego gut, zu erfahren, dass ich nicht alleine hilflos der kleinen energischen Zicke* gegenüber stehe. Einem Team von erfahrenen Profis geht es da genauso.
Schön! Ein paar Tipps konnte ich noch geben und ich weiß ja, dass es bei uns zu Hause schon wieder deutlich besser läuft.
Komischerweise ist es mir nicht peinlich, dass meine Kleine in der Krippe den Rahmen sprengt, andere Kinder mit aufputscht und Rabatz macht ohne Ende. Ein stückweit bin ich immer sehr stolz, wenn meine Tochter als energische Kleine Person auffällt (auch die Kinderärztin hat das schon bemerkt und meine Mutter...). Ne, irgendwie bin ich stolz darauf. Janis ist sehr selbstbewußt, sehr stark und weiß genau was sie will. Ich will gar nicht, dass sie verlernt, sich durchzusetzen. Auch, wenn es manchmal nerven kostet. Im Endeffekt klappt ja doch alles und sie ist bei all dem Terz, den sie veranstaltet gleichzeitig immer noch ein sehr lustiges, fröhliches und herzensliebes Mädchen. Aber nicht, dass ich das letzte Woche hätte sehen können, als ich an ihr verzweifelte... :-D
* Sie ist auch schnell beleidigt und wehe es geht nicht alles gleichzeitig oder nicht in dem Tempo, das sie sich wünschst. Es muss alles zu 100 % nach ihren Vorstellungen gehen, sonst flippt sie aus. Leider sind manche Vorstellungen schlicht unrealistisch. Ich kann ihr nicht gleichzeitig die Schuhe anziehen und eine Banane für sie schälen, während ich ihr ein Bonbon in den Mund stecke.

2 Kommentare:
Also, für die Gesellschaft sind solche Kinder sicher unbequem, und auch in der Krippe haben sie letztlich lieber Kinder die "funktionieren" aber ich finde das auch gut, wenn sie schon versuchen ihren eigenen Standpunkt und das was sie möchten durchsetzten.
Sie müßen halt nur noch lernen, welche Dinge wirklich zu verneinen sind, und welche den Alltag einfach nötig machen ;)
oh mann, das hört sich stressig an :)
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