Donnerstag, November 09, 2006

Job-Center sind geil auf Besuch!

Irgendwie scheint der Rhein-Main-Jobcenter entgegen aller anderslautenden Aussagen doch viel, viel Zeit zu haben und vor allem viel Bock auf Besuch. Nun ja, vielleicht sogar nur Bock auf Besuch. Scheint seine BG-Nummern richtig lieb zu haben, der Laden.

Aktuell geht es darum, dass ich mit der Mainova, meinem Strom- und Wärmeanbieter regelmäßig Probleme bekomme, weil der Rhein-Main-Jobcenter nicht pünktlich überweist.

Mit der Mainova lässt sich das super regeln: Ein Anruf, man hat sofort ne kompetente Mitarbeiterin dran und erledigt. Mit dem Rhein-Main-Jobcenter ist das nicht ganz so einfach. Viele Anrufe, man erreicht niemanden. Nun kam ich unerlaubterweise an die direkt-Durchwahl einer Sachbearbeiterin. Die ist natürlich auch sofort panisch geworden... woher ich denn ihre Nummer hätte? Nun ja, ich hab mich halt so durchgefragt, log ich ihr vor. Das hat sie nicht beruhigt. Nein, und sie könne mir auch nicht helfen, denn ich gehöre mit meinem F-Nachnamen gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich. Die Nummer der Zuständigen könne sie mir auch nicht geben, das dürfe sie gar nicht. Und überhaupt, sie hätte gerade eine Klientin bei sich, die nun leider da sitzen und warten müsse. Dessen völlig ungeachtet hat sie mir als nächstes lange und ausführlich erklärt, dass ich am besten vorbeikomme und mich persönlich zu den Zuständigen durchfrage. Dass der Sachverhalt, den ich zu klären habe, eigentlich eine Kleinigkeit ist, sei dabei ganz unerheblich. Dass ich mit einem Kleinkind keine Lust habe, erst mal 1 1/2 Stunden Fahrt zum Jobcenter zurück zu legen, um dann dort zu warten und das alles nur wegen ein paar Fälligkeitsterminen, die vom Amt einzuhalten wären... nein nein, vorbeikommen sei am Besten.

Alternativ könnte ich auch vorbei kommen, warten, mich an der Information der Nummer des zuständigen Sachbearbeiters aus der Leistungsabteilung klug fragen und dann wieder heim und anrufen. Klaro, ich hab ja nichts besseres zu tun. Schon gar nicht mit einem Kleinkind und eine läppischen Hin- und Rück-Fahrtzeit von gerade mal je 3 Stunden zum Jobcenter. Ja ja, die faulen Arbeitslosen. Da haben die einfach keinen Bock ihre arbeits- und deshalb wertlose Freizeit im Wartezimmer des Jobcenters zu verbringen. Das ist wirklich nicht schön. Dabei hätten die sicherlich gerne genervte, kreischende Kleinkinder da rumrennen. Und die anderen Wartenden erst, die vielleicht auch einfach nur eine Kleinigkeit zu regeln möchten.

Ich hab der Frau erst mal nicht geglaubt und es weiter probiert. Ich hatte Glück!!! Nach Tagen des ergebnislosen dort-anrufens ging mal nicht ein Anrufbeantworter ran sondern eine Frau von der Information. Ich hab die Nummer der zuständigen Sachbearbeiterin (oder wenigstens keine andere als die, die ich nach Hinfahrt und Wartezeit dort bekommen hätte) und kann nun jemanden als Zuständig identifizierten anrufen. Oder ich versuche es entgegen der Empfehlung mal mit einem Schreiben. Wobei ich da tatsächlich schon die Erfahrung gemacht habe, dass die nichts bewirken und grundsätzlich auch jedes Schriftstück, das man hinschickt verloren geht... egal, irgendwann krieg ich das noch geregelt. Und zwar so nebenbei. Ich werde nicht da hin fahren!

Und die Zeit, die ich dann gespart habe, die werde ich nutzen, um meine Englisch-Kenntnisse wieder aufzufrischen und auch meine sonstigen beruflichen Kenntnisse. Das ist nämlich zum Beispiel etwas, was ich mit meiner wertlosen assi-Arbeitslosen-Freizeit gerne mache. Sofern mein lautstarktes Kleinkind ausnahmsweise in der Kinderkrippe ist.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, so sind sie.
Sie haben ja einen Job und bekommen ihr Geld pünktlich und überhaupt und sowieso ;)
Und natürlich bist du einfach nur zu Faul um da hinzufahren *grins*

tamolina hat gesagt…

Na klar, erstens bin ich zu faul und zweitens finde ich diese Mentalität, nach der Arbeitslose jederzeit verfügbar sein sollen schlicht unerträglich!

tamolina hat gesagt…

Ergänzung:

Heute konnte ich beim Arbeitsamt ohne irgendwelche Schwierigkeiten die Richtige Ansprechpartnerin erreichen. Sie kann allerdings trotzdem nichts machen. Das Problem sei bekannt, die Überweisungen laufen aber von Nürnberg aus zentral und da hat sie keinen Einfluss drauf. Ihr sei aber das Problem bekannt - und es ist so, dass die Mainova häufig unberechtigte Mahnungen und Forderungen erhebt, weil DEREN System die Überweisungen wohl zu langsam bucht. Die Arbeitsagentur in Nürnberg überweist nämlich im voraus.
Das heißt: Ich kann das jetzt nur so laufen lassen und künftige Mahnungen von der Mainova ignorieren. Von meinem Konto können sie sich eh nichts mehr fälschlicherweise holen, da ich meine Einzugsermächtigung widerrufen habe.

Unknown hat gesagt…

ich musste mich für meinen urlaub abmelden beim amt, und dann besitzen sie die frechheit, mir einen drohbrief zu schicken, in dem sie eine frist zum sonntag setzen, an dem ich außerdem beurlaubt bin und etwas haben wollen, was sie schon haben. arschlöcher.